Das Streben nach Gin

4. Oktober 2016
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Brennlust: Tisch-Destillerie
Brennlust: Tisch-Destillerie

Seit einer gefühlten Ewigkeit, um genau zu sein, seit über ca. einem Jahr versuche ich einen Gin herzustellen – damit mir das auch hervorragend gelingt und ich nicht zu viel Kapital „verbrenne“ habe ich mir eine kleine Versuchsbrennerei bestellt. Schickes Teil – zwar sehr klein mit nur 0,5 ltr. Fassungsvermögen, aber mehr ist nun mal von Gesetzes wegen nicht erlaubt.

Also richtig putzig das Ding, sogar mit steuerbarem Kühler und steuerbarem Brenner, usw. Die kleine Versuchsbrennerei sieht allerdings nur im Regal richtig gut aus – sobald sie in Aktion steht, sieht das alles andere als putzig aus: Ein Riesen Behälter mit Kühlwasser steht dann rum, ein Schlauch vom Kühlbehälter führt dann zum Kühler an der Brennerei – ein anderer Schlauch führt dann zu einem Eimer, wo das überschüssige Kühlwasser aufgefangen wird. Da sind in der Küche von einer kleinen Brennerei mit 15 x 30 cm Größe schnell 2 m² Platz belagert. Für meinen Freund, in dem ein ordentlicher Monk steckt, nicht immer leicht das Chaos mit anzusehen.

Warum brenn‘ ich überhaupt auf der kleinen Destille? Nun ja, ich möchte schließlich nicht einfach nur so einen Gin machen, sondern auch verschiedene Rezepte und Möglichkeiten ausprobieren. Man liest ja allerlei über Gin, kann Lektüren über die bekanntesten Gins dieser Welt erstehen, in denen dann auf einen Teil der jeweiligen Zutaten eingegangen wird.

Anfangs, wir nannten sie schlicht Gin I, II und III, usw. haben wir einfach auf gut Glück die bekanntesten Zutaten in einen Topf geworfen und 18 Stunden mazeriert. Neben Wacholder, Anis, Zimt, Nelken, Piment, Koriander und Angelikawurzel haben wir noch andere nette Zutaten hinzugeworfen – immer wieder in unterschiedlichen Kombinationen und Dosierungen – mal mit Rosen, Lavendel und Holunder, mal mit Vanille oder Tonkabohne. Mit jedem weiteren Gin, den wir kreiieren, desto genauer bereiten wir die nachfolgenden Rezeptversuche vor. Auch die Umgebungstemperatur während der Mazeration berücksichtigen wir.

Natürlich haben wir unsere Versuchsrezepte akribisch dokumentiert, damit wir IRGENDWANN die Drogen-Kombination für unseren Gin gefunden haben und auf unserer großen Brennerei anwenden können. Noch haben wir kein endgültiges Rezept – dafür 13 verschiedene Gins – die natürlich alle unterschiedlich schmecken.

Wir bleiben dran. denn ich bin mir sicher, irgendwann finden wir die Kombination aus Botanicals, die unserem Gaumen die größte Freude bereitet.

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Brennerin und Inhaberin von BRENNLUST, Andrea Koch

Autorin Andrea

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