Warum bekommt man einen Kater?
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1. Kater durch Dehydration
2. Kater durch schlechten Alkohol
Kommen wir nun zur Quintessenz der ursprünglichen Frage: der schlechte Alkohol. In der Tat gibt es unterschiedliche Alkohole, die sich auf unseren Körper unterschiedlich auswirken. Beim Vergären einer Obstmaische entstehen Alkohole neben weiteren flüchtigen Komponenten. Eine Auflistung findet ihr in der nachfolgenden Abbildung. In der ersten Spalte werden Alkohole, Aldehyde und Ester aufgelistet, in der Spalte direkt rechts daneben der jeweilige Siedepunkt. Die Abkürzungen in der letzten Spalte stehen für Vorlauf (VL), Mittellauf (ML) und Nachlauf (NL). Während eines Brennvorgangs wird die Maische erhitzt. Mit steigender Temperatur sieden die enthaltenen, flüchtigen Komponenten nacheinander . Leider nicht strikt nacheinander, die Übergänge sind fließend.
Methanol
Nun noch ein Wort zum Methanol, denn dieser ist auch ein unerwünschter Alkohol. Methanol ist ein Alkohol, der hochgiftig ist und bekanntlich in zu großen Mengen zu Blindheit, und manchmal zum Versagen der Organe führen kann. Natürlich sorgt Methanol auch für einen ordentlichen Kater. Methanol ist in Obstmaischen immer enthalten. Zum Glück ist bei guten Obstmaischen, bei denen sauber gearbeitet wurde, der Methanolgehalt unbedenklich und sehr gering. Wenn jedoch schlampig gearbeitet wird, z.B. viele Blätter, viele Äste und Holz mit eingemaischt werden, sind Methanolgehalte jedoch höher. Und obwohl Methanol viel früher siedet als Ethanol, lässt sich das gar nicht gut abtrennen, sondern kommt dann im gesamten Destillat vor.
3. Kater durch Nebenprodukte beim Abbau des Alkohols im Körper
Wenn der Körper damit beschäftigt ist Alkohol abzubauen, entstehen giftige Nebenprodukte, die das Unwohlsein verstärken. Zunächst produziert der Körper ein Enzym (Alkohol-Dehydrogenase) , mit dem Ethanol zuerst zu Acetaldehyd zersetzt wird, was sehr giftig ist. Dieser Acetaldehyd wird mit dem zweiten Enzym Aldehyd-Dehydrogenase weiter zersetzt: zu ungiftiger Essigsäure . Dieser Prozess ist für den menschlichen Körper recht anstrengend. Muss viel Alkohol abgebaut werden, kommen wir wortwörtlich ins Schwitzen. Diese beiden Enzyme kümmern sich auch um das Zersetzen von Methanol . Spannend hierbei ist, dass die Abbauprodukte von Methanol zunächst Formaldehyd und dann Ameisensäure sind - beide hochgiftig. Zu viel Ameisensäure im Blut führt zu einer Azidose, die tödlich enden kann. (Bei einer Azidose senkt sich der ph-Wert im Blut.) Eine Methanolvergiftung kann man sich durch den Konsum von Schnaps mit zu viel Vorlauf zuziehen - wenn also ein Brennmeister bei der Destillation nicht richtig oder gar nicht abtrennt. Die tödliche Dosis Methanol liegt bei Frauen und Kindern zwischen 5 und 30 ml und bei Männern um die 100 ml (Moeschlin, 1980; Wirth und Gloxhuber, 1994). Fun Fact: Es gibt ein Gegengift bei einer Methanolvergiftung, und zwar Ethanol ! Denn: Der Körper baut mithilfe der beiden o.g. Enzyme immer zuerst das Ethanol ab. Wenn also ein Körper mit Methanol vergiftet ist und wir diesem Körper Ethanol zuführen, werden sich die beiden Enzyme Alkohol-Dehydrogenase und Aldehyd-Dehydrogenase sofort auf das Ethanol stürzen. Das Methanol wird erst mal links liegen gelassen, sodass seine Abbauprodukte (Formaldehyd und Ameisensäure) nicht mehr weiter produziert werden. Das Methanol wird dann über die Lunge und Urin ausgeschieden.4. Kater durch schlechte Luft und wenig Schlaf
Kommen wir nun zum letzten Punkt, der zu einem Kater führt. Er wird gerne außer Acht gelassen, doch ist er eigentlich ganz banal. Denn seien wir doch mal ehrlich: Wenn wir in höheren Mengen Alkohol konsumieren, passiert das nicht in unserer gewohnten Tagesroutine (ich hoffe es jedenfalls!), sondern es passiert in der Freizeit, spät abends bis in die Nacht. Die Störung unseres gewohnten Schlafs begünstigt einen Kater. Zudem wirkt sich der nächtliche Umtrunk in einer verqualmten Bar noch ungünstiger auf einen Kater aus, als wenn wir draußen an der frischen Luft gefeiert haben.Fazit
Die Qualität eines Destillats hat ganz klar eine direkte Einwirkung auf die Dauer und Härte eines Katers. Es ist also sinnvoll, beim alkoholischen Genuss auf hochwertige Getränke zurückzugreifen. Natürlich spiegel sich das meistens beim Preis wider. Minderwertige Spirituosen sind nun mal günstiger in der Herstellung als die Hochwertigen. Der Spruch, Qualität vor Quantität, kommt eben nicht von ungefähr. 😀 Nachteil: selbst wenn wir zu viel guten Schnaps trinken, werden wir nicht ganz von einem Kater verschont bleiben. Das Gute ist: Der Dehydration können wir prächtig entgegenwirken, indem wir ausreichend Wasser trinken.<Unsere Bestseller
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Autorin Andrea
Ich brenne nicht nur für mein Leben gerne - sondern teile auch gerne mein Wissen, Erfahrung und Leidenschaft. In meinen Blogbeiträgen nehme ich Dich mit in den Alltag in unserer Brennerei und auf unseren kleinen Betrieb. Natürlich gibt es zwischendurch auch Drinks zu genießen.
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